Berichte Aktive - SKMH

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Berichte Aktive und Allgemein
v.l. Ruedi Beeler, Albert Diethelm, Konrad Schorno, Rochus Büeler, Remo Holdener, Benno Züger, Roman Schibig
Mit viel Elan ins Jubiläumsjahr
 
 
Der Schwyzer kantonale Schwingerverband (SKSV) traf sich in Oberarth zur diesjährigen Delegierten-versammlung (DV). Nebst vielen Rückblicken aufs verflossene Jahr, wurden auch die Weichen für die Saison 2023 gestellt.
 
 
Pünktlich um 18,30 Uhr wurde im Mehrzweckraum des Schulhauses Allmig ein feines Nachtessen serviert und anschliessend begrüsste Kantonalpräsident Rene Schelbert die 138 anwesenden Versammlungsteilnehmer. Darunter befanden sich die Delegierten der sechs Schwyzer Schwingklubs, kantonale Verdienst- und Ehrenmitglieder, Medienschaffende, sowie Gäste aus Politik und Sport. Der Jodelklub Männertreu Oberarth versüsste als Willkommensgruss schon zum Auftakt die Versammlung mit ihren gelungenen Auftritten.
 
 
Endlich wieder Normalität im Schwingsport
 
 
Nach all den mühseligen Corona Wirren, konnten 2022 alle acht Nachwuchs- und sechs Rangfeste des SKSV wieder normal, ohne Auflagen und mit vielen Zuschauern durchgeführt werden. In seinem präzisen Jahresbericht streifte Präsident Schelbert nochmals die Aktivitäten des vergangenen Jahres, wobei für ihn das gelungene Schwyzer Kantonale im Muotathal, der kantonale Nachwuchsschwingertag in Wilen b. Wollerau und das ESAF in Pratteln die Höhepunkte waren. Weiter waren für Schelbert der Königstitel von Joel Wicki in Pratteln, das erste Tessiner Kantonale in Cadenazzo und das 100 Jahre Jubiläum des Schwingerverbands am Mythen bemerkenswerte Momente. Nachdenklich äusserte sich der Präsident zum Rückgang der Schwingerzahlen während der Coronakrise. Der Mitgliederbestand des Schwyzer Schwingerverbands beläuft sich 2022 bei 189 Jungschwingern (- 31), 211 Aktivschwingern (-13) und total 4201 Mitgliedern (+ 208). Schelbert bemerkte, dass er lieber eine Vermehrung bei den Schwingern sähe, als nur bei den Passivmitgliedern. Im Ausblick auf das kommende Jahr steht für den Präsidenten das Unspunnenfest in Interlaken und das neue, geplante Ranglistenprogramm im Fokus. Bei der Totenehrung erhob sich die Versammlung im Gedenken an fünf verstorbene Mitglieder von den Sitzen.
 
 
Schwyzer Erfolgsbilanz 2022 mit Licht und Schatten
 
 
Der technische Leiter Marcel Steinauer berichtete von einem interessanten und arbeitsreichen Jahr. Der härteste Schwyzer Gegner war 2022 die Verletzungshexe, ansonsten wäre die Bilanz wohl noch besser ausgefallen. Gesamthaft konnten durch Mike Müllestein ein Kranzfestsieg (Schwyzer) (-1), total 55 Kränze (+4), fünf Rangfestsiege (-1) und 218 Auszeichnungen (- 17) errungen werden. Am meisten Kränze sammelte Reto Nötzli (6), vor Dario Gwerder, Mike Müllestein und Christian Schuler (5), Joel Kessler und Marco Ulrich (3). An diversen Kranzfesten trumpften Schwyzer Schwinger gross auf. So kam es am Schwyzer zu einem reinen Schwyzer Schlussgang durch Müllestein und Nötzli. Reto Nötzli stand am ISAF in Ennetbürgen im Schlussgang. Zudem kämpften mit Christian Schuler (Stoos), Marco Ulrich (Zuger) und Dario Gwerder (Tessiner) drei Schwyzer um den Tagessieg. Mit 17 Schwyzern startete man am ESAF in Pratteln. Dass es nur einen Kranzgewinn für den SKSV (Mike Müllestein) gab, hinterliess einen faden Beigeschmack und trübte die Stimmung doch sehr. Umso erfreulicher war, dass es 2022 mit Silvan Appert, Bruno Suter, Fabian Birchler, Lukas Heinzer, Alex Schuler 2, Samuel Suter, Michael Ulrich und Ueli Wiget gleich acht frischegebackene Schwyzer Kranzschwinger gab.
 
Weiter verkündete der technische Leiter den Rücktritt der beiden Eidgenossen Reto Nötzli (54Kränze) und Torsten Betschart (23). Die Schwinghosen ebenfalls an den Nagel hängten die Kranzschwinger Philipp Schuler (49 Kränze), Roland Kälin (15), Beat Kenel (8), Markus Effinger (6), Theo Blaser (3), Andreas Gwerder (2) und Daniel Zimmermann (1). Ihnen allen dankte Steinauer für ihren Einsatz für den SKSV.
 
Jungschwingerleiter Armin Auf der Maur durfte in seinem Rückblick von einem erfolgreichen und intensiven Jahr berichten. Der Schwyzer Nachwuchs eroberte sich an den acht Nachwuchsfesten auf Schwyzer Boden gesamthaft 415 Zweige. Am Innerschweizer Nachwuchsfest gab es zwei Kategoriensiege durch Martin Schönbächler Jg. 07, Lukas Heinzer Jg. 04, sowie 13 Doppelzweige. Andre Reichmuth Jg. 09 erreichte am meisten Festsiege (9) im ganzen ISV. Die von Verbandskassier Silvan Betschart präsentierte Jahresrechnung wäre eigentlich positiv ausgefallen. Da aber vorgängig ein stattlicher Betrag in den Jubiläumsfond eingezahlt wurde, wies sie letztendlich ein Minus aus.
 
 
Wahlen
 
René Schelbert wurde für zwei weitere Jahre zum Präsidenten gewählt, ebenfalls Marcel Steinauer (Technischer Leiter Aktive) und Armin Aufdermaur (Technischer Leiter Jungschwingen). Pascal Betschart trat nach sechs Jahren als Kantonaler Medienchef zurück, und bewirbt sich als ISV-Medienchef. Als neuer Kantonaler Medienchef wurde von der Versammlung der bisherige Verbandsfototgraf Hansruedi Ulrich gewählt. Zum neuen Verbandsfotografen wählte der Vorstand Peter Margelisch.
 
 
 
 
Schwyzer Verband feiert 100 Jahr Jubiläum
 
 
Der SKSV darf 2023 sein 100jähriges Bestehen feiern. Die Jubiläumskommission unter der Leitung von Torsten Betschart ist voll an der Arbeit und am 18. November wird in Rothenthurm die Jubiläumsfeier über die Bühne gehen. Dazu hat der langjährige Schwingfest Berichterstatter Werner Schönbächler eine Jubiläumsschrift verfasst, die an der Feier präsentiert wird. Für den kantonalen Nachwuchsschwingertag 2023 wurde Rothenthurm als Austragungsort bestätigt. Das 99. Schwyzer Kantonale in Küssnacht ist auf gutem Weg und für das 100. Schwyzer Kantonale 2024 erhielt Galgenen von den Delegierten die Zustimmung.
 
Weiter wurde das Trainings- und Arbeitsprogramm für die kommende Saison bestätigt und die verschiedenen Kampfrichter für die Kranzfeste gewählt, wobei der Kanton Schwyz am Unspunnenfest in Interlaken mit Peter Diethelm vertreten sein wird.  
 
Für die Schwingfesteinteilungen für die Saison 2023 wurden neben dem technischen Leiter Steinauer auch Kilian Hasler und Dominik Linggi gewählt.

 
Bei den Ehrungen wurden zuerst die Jubilare geehrt die einen runden Geburtstag feiern durften, wobei Julius Vogt mit seinen 95 Lenzen der älteste war. Weiter wurde Mike Müllestein für seinen Kranzfestsieg am Schwyzer und Kranzgewinn am ESAF in Pratteln geehrt. Unter grossem Beifall wurden die zwei Eidgenossen Reto Nötzli und Torsten Betschart nach erfolgreicher Karriere offiziell verabschiedet. Als absoluter Höhepunkt wurden für ihr jahrelanges, unermüdliches Schaffen für den Schwingsport sieben verdiente Funktionäre geehrt. Benno Züger wurde in die Gilde der Verdienstmitglieder und Rochus Büeler, Ruedi Beeler, Albert Diethelm, Roman Schibig, Konrad Schorno und Remo Holdener in die der Ehrenmitglieder aufgenommen.
 
 
Weiterhin Schwyzer Verdienstmitglieder
 
 
Weiter gab es an der DV zwei Anträge zu behandeln. Die Beschickung an den Schwyzer Kantonalen 2023-2025 wurde blitzschnell gutgeheissen. Mehr Diskussionsstoff gab der zweite Antrag im Rahmen der geplanten Statutenrevision. Dort wurde über eine Abschaffung des Status der Verdienstmitglieder im SKSV entschieden. Nach mehreren Voten für pro und contra, sowie angeregten Diskussionen entschied die Versammlung letztendlich deutlich, dass es im Schwyzer Verband auch weiterhin Verdienstmitglieder geben wird. Danach wurde die unter der Leitung von Ruedi Beeler bestens ausgearbeitete Statutenrevision einstimmig gutgeheissen.
 
Um 23,20 Uhr schloss Präsident Rene Schelbert die DV und die Anwesenden frönten dem kameradschaftlichen Beisammensein bis in die frühen Morgenstunden.
 
HRU
 
 
GV Schwingklub March - Höfe Samstag, 10. Dezember im Rest. Sternen in Pfäffikon SZ

 
Ein Blick zurück und weit nach vorn
 
 
Winterzeit ist für die Schwinger stets Versammlungszeit. So auch für den Schwingklub March-Höfe (SKMH).  Im Rest. Sternen in Pfäffikon wurde die 91. ordentliche GV abgehalten.
 
 
Nach einem währschaften Znacht durfte Präsident Reto Kümin 86 Mitglieder begrüssen und die GV eröffnen. Vor dem offiziellen Teil kam der Glarner Walter Hofmann als Gastredner zu Wort. Hofmann, seines Zeichens Geschäftsleiter des ESAF 2025 Glarnerland + freute sich, seinen Schwyzer Kameraden einen Besuch abzustatten. Bekanntlich ist der SKMH als ISV Verein Mitglied des Trägervereins ESAF Glarnerland + und unterstützt ihre Nordostschweizer Kameraden schon seit längerem bei der Durchführung des ESAF 2025. Aktuell ist der SKMH mit dem ehemaligen Galgener Spitzenschwinger Eugen Hasler aktiv im OK vertreten. Mit interessanten Voten informierte Hofmann die Anwesenden über bereits geleistete Arbeiten und die nächstfolgenden Schritte. Nun ist ersichtlich, dass am ESAF 2025 der SKMH den Aufgabenbereich Schwingsport übernehmen wird. Nach Hofmanns Worten übernahm Reto Kümin wieder das Kommando, führte souverän durch die Versammlung und ein Traktandum nach dem andern wurde abgehandelt. Auch hielt der Präsident Rückschau aufs verflossene Jahr. In diesem hob er die gelungenen vom SKMH organisierten Schwingfeste in Pfäffikon, Galgenen, Wilen und Siebnen hervor. Auch das ESAF in Pratteln blieb dem Präsidenten in guter Erinnerung, genauso wie der würdige Abschied von Schwinger Reto Nötzli in Siebnen. Im letzten Jahr musste man sich von einem treuen Klubmitglied für immer verabschieden. Zu Ehren des lieben Verstorbenen erhob sich die Versammlung von den Sitzen.
 
 
Christoph Holdener und Samuel Diethelm verdiente Ehrenmitglieder
 
 
Im Rückblick auf das verflossene Jahr hatten die technischen Leiter Kilian Hasler (Aktive) und Martin Ulrich (Jungschwinger), sowie die Kassiere Samuel Diethelm (Vereinskassier) und Hans Kessler (Herbstschwingertag Siebnen) von einem aussergewöhnlichen Jahr zu berichten. Obwohl sämtliche Schwingfeste gut gelaufen waren, ergab die Jahresrechnung ein Minus. Grund dafür waren die ausserordentlichen grossen Anschaffungen und Ausgaben für Schwinger. Die sportliche Bilanz bei den Aktiven fiel besser aus als im Vorjahr. 12 Kränze, sowie 42 Auszeichnungen konnten errungen werden. Am meisten Kränze holte sich Reto Nötzli mit sechs Exemplaren. Joel Kessler folgte mit drei Kränzen, vor Alex Huber (zwei) und Ueli Hegner mit einem. Am meisten Auszeichnungen (zehn) holte sich Joel Kessler, vor Alex Huber (acht), Ueli Hegner (sieben) und Benjamin Züger mit sechs Stück. Mit Reto Nötzli trat eine langjährige Teamstütze nach sehr erfolgreicher Karriere zurück und hinterlässt ein Loch, dass nur schwer zu stopfen sein wird. Die Jungschwinger schlugen 2022 richtig zu. So gab es 120 Auszeichnungen (vier Festsiege und acht weitere Schlussgänge) zu verzeichnen. Im Wahlgeschäft kam es zu zwei Änderungen. So wurde Samuel Diethelm als Kassier von Florian Hasler abgelöst und Stefan Gemsch wurde neuer Pressechef.    

 
Bei Mutationen konnten fünf Mitglieder in den Verein aufgenommen werden, sie alle wurden von Präsident Kümin mit den Klubstatuten beschenkt.
 
Bei den Ehrungen wurden 12 Aktive für fleissigen Trainingsbesuch mit einem Zinnbecher geehrt. Am meisten trainierte Benjamin Züger (73), vor Joel Kessler (72) und This Bamert mit 69 Einheiten. Freimitglieder wurden Roman Ulrich 1, Michael Dobler und Bruno Nötzli. Stefan Holdener wurde als Klubveteran ernannt und als absoluter Höhepunkt wurden Samuel Diethelm und Christoph Holdener für ihren jahrelangen, unermüdlichen Einsatz für den SKMH die verdiente Ehrenmitgliedschaft verliehen.
 
 
Kritischer Blick aufs ESAF 2034
 
 
Weiter hiess es die Weichen zu stellen für die Saison 2023. So wurden die Kampfrichter für die verschiedenen Kranzfeste gewählt. Peter Diethelm steht zur kantonalen Wahl als Platzkampfrichter für den Unspunnenschwinget 2023. Weiter wurde das Arbeitsprogramm unserer Klubanlässe bestimmt. 2023 wird der Frühjahrsschwinget Pfäffikon am Ostermontag 10.4., der Jungschwingertag Galgenen am Pfingstmontag 29.5. der Innerschweizer Nachwuchsschwingertag Siebnen am 23.9.und der Herbstschwingertag Siebnen am 24.9. stattfinden. Für das 100. Schwyzer kantonale Jubiläumsschwingfest 2024 steht der Festort Galgenen zur Wahl.
 
Im weiteren Ausblick standen zwei Eidgenössische Schwingfeste im Blick- und Brennpunkt. Eugen Hasler informierte die Versammlung in kurzen Worten nochmals übers ESAF 2025 Glarnerland +. Doch auch schon im Fokus stand an der GV das ESAF 2034. Dieses würde turnusgemäss im Kanton Schwyz stattfinden. Das bisher einzige ESAF in unserem Kanton fand 1974 in Schwyz statt. Die meisten Schwyzer Klubs verzichten wegen mangelnder Kapazitäten auf einen solchen Anlass und der letzte Organisator, der Mythenverband lässt dem SKMH den Vorrang. So wurde den Mitgliedern unter den Ausführungen von Reto Kümin eine erste Machbarkeitsstudie mit fünf möglichen verschiedenen Standorten in der March präsentiert. Eine Zeitlang wurde es still im Saal, anhand der bevorstehenden Aufgaben. In den anschliessenden Diskussionen war ein klarer Tenor ersichtlich. Tief im Innern spürten die meisten, dass dies eine einmalige Chance ist ein ESAF in die March zu holen. Aber der Respekt vor einer solchen Mammutaufgabe war im ersten Moment schlichtweg erdrückend. Und das riesige Minus welches das ESAF Pratteln 2022 erst Tage zuvor bekannt gab, hob den ersten Stimmungsbarometer auch nicht gerade an. Dennoch beschloss die Versammlung einstimmig an dieser Angelegenheit weiterhin dranzubleiben und genauere Abklärungen zu tätigen.
 
HRU
 
 
Bild: v.l. Christoph Holdener (Ehrenmitglied), Florian Hasler (Kassier neu), Präsident Reto Kümin, Stefan Gemsch (Pressechef neu) und Samuel Diethelm (Ehrenmitglied)

Schwing Training mit Armin auf der Maur in Siebnen vom 10. Dezember 2022
Auszeichnungen für die beiden SKMH Schwinger am Niklausschwinget
Märchler stark am Niklausschwinget

 
Am traditionellen Niklausschwinget in Dietikon vom Samstag holte sich Nick Alpiger den Festsieg. Zu überzeugen wussten auch Joel Kessler und Ueli Hegner aus Siebnen, die beide die Auszeichnung gewannen.

 
Dass der Schwingklub March-Höfe überhaupt am Samstag zu Startplätzen kam war überraschend, den turnusgemäss wären die Ausserschwyzer erst nächstes Jahr wieder an der Reihe gewesen. Doch da einige Innerschweizer Schwinger keine Lust auf einen Start im Dezember zeigten, tat sich für Joel Kessler und Ueli Hegner unerwartet eine Möglichkeit auf, die sie dann auch motiviert nutzten.

 
Gäste hatten alles im Griff
 
Der Niklausschwinget in der Stadthalle Dietikon erfreut sich wie gewohnt grosser Beliebtheit. Ein Grund dafür ist das ausserordentliche Beschickungsrecht. Die Ostschweizer treffen an diesem Wettkampf immer auch auf Gegner aus dem Innerschweizer-, Nordwestschweizer- und Berner Verband. Dies war auch an der 84. Austragung am Samstag so, die rund 90 teilnehmenden Schwinger zogen über 600 Zuschauer an. Für die gastgebenden Zürcher begann es aber nicht optimal, denn ihr Eidgenosse Fabian Kindlimann musste krankheitshalber Forfait geben. So waren Nick Alpiger und Marcel Räbsamen die grossen Favoriten für den Sieg, wovon der St. Galler Räbsamen aber früh strauchelte. Die Ostschweizer vermochten die starken Gäste nicht im Zaum zu halten und so standen mit Nick Alpiger und dem Berner Josias Wittwer, seines Zeichen Stoossieger 2022, zwei Gästeschwinger im Schlussgang. Dieser Endkampf war eine kurze Angelegenheit, der Aargauer Eidgenossen Alpiger beförderte den Berner Witter schon nach wenigen Sekunden mittels Fussstich und Nachdrücken auf den Rücken und kam so zu seinem verdienten Festsieg.

 
Vier Schwyzer im Einsatz
 
Mit von der Partie waren auch vier Schwinger vom Schwyzer Verband. Als bester von ihnen klassierte sich Joel Kessler mit drei Siegen und drei Remis im siebten Rang. Benjamin Nock, Jano Müller und Andrin Habegger wurden sicher bezwungen. Gegen den Eidgenossen Marcel Räbsamen und die starken Teilverbandskranzer This Kolb und Silvio Oettli, trennte sich der Märchler als gleich stark. Ueli Hegner erkämpfte sich die Auszeichnung durch drei Siege gegen Matthias Jäger, Marcel Mösli und Patrick Feldmann. Gegen Thomas Kuster und Roman Schnurrenberger gab es zwei Remis und gegen den Eidgenossen Räbsamen musste Hegner untendurch. Dieser Leistungsausweis reichte zum letzten Auszeichnungsplatz im neunten Rang. Mit den beiden Mythenverbändlern Ronny Heinzer und Marco Ulrich waren noch zwei Innerschwyzer am Start. Heinzer gewann die Auszeichnung mit drei Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen. Ulrich erreichte zwei Siege, drei Remis und eine Niederlage und verpasste damit die Auszeichnung knapp.
 
HRU  
 
Gut besuchter Schwingkurs im Schwingkeller Siebnen am Samstag 26. November mit Kursleiter Nick Alpiger

Schwingkurs mit Sämi Giger in Siebnen vom 19.11.2022

Eine königliche Lektion erhalten

Der Schwingkurs des SKMH hatte es wahrlich in sich. Matthias Glarner, Schwingerkönig von 2016 öffnete am Samstag im Schwingkeller Pfäffikon seine Trickkiste. Dabei kamen rund 25 Aktivschwinger in den Genuss einer eindrücklichen Lektion.

Dass ein König den Schwingkurs des SKMH leiten würde, sprach sich schnell herum. Und so nahmen neben den Ausserschwyzer Schwingern auch einige Aktive der benachbarten Schwingklubs Einsiedeln, Rapperswil und Zürichsee rechtes Ufer daran teil. Der technische Leiter des SKMH, Kilian Hasler begrüsste Glarner und stellte den Schwingern und zahlreich erschienen Zuschauern den König von Estavayer-le-Lac vor, obwohl der Berner den meisten bereits schon bestens bekannt war. Nach einem lockeren Einlaufen übernahm Glarner nun das Kommando für die nächsten zwei Stunden.

Ein Spiel mit der Kraft
Schnell wurde ersichtlich, dass dieser Kurs nicht nur ein Vorführen verschiedener Schwünge wird. Glarner redete viel mit den Schwingern und erklärte ihnen in seiner ruhigen und besonnenen Art immer wieder wichtige Tipps. «Der Unterschied zwischen einem guten Schwinger und einem Spitzenschwinger liegt in den kleinsten Details» so Glarner. «Deshalb ist es enorm wichtig schon beim Griffe fassen so zu agieren, dass es für einen selber am besten passt». Jeder Schwinger weiss wie er selber am besten schwingt, dementsprechend sei auch der Griff anzupassen. Während einige das enge, kraftvolle Fassen bevorzugen, habe er immer versucht sich seine Gegner mit stossen etwas vom Leib zu halten. «So habe ich mir etwas mehr Platz für explosive Drehbewegungen verschafft und konnte alle meine Kraft viel besser in diese werfen». Beim Vorführen einiger Standschwünge wurde sofort ersichtlich wovon Glarner sprach.

Nicht nur schwingen, auch überlegen und denken
Trotz allem Ehrgeiz und Trainingsfleiss, er sei eigentlich «ä fuulä Cheib». Dieser spontane Satz Glarners sorgte für ungläubige Lacher, aber in seiner tiefgründigen Analyse lag die Antwort dafür. Es habe technisch begabtere Schwinger gegeben als ihn. Sein Repertoire sei nie riesig gewesen. Aber er habe sich immer überlegt, wie seine Angriffe am einfachsten funktionierten. Er habe sich immer wieder mit diesen Schwüngen auseinandergesetzt bis er sie perfekt beherrschte. Und sich überlegt, welche Bodenschwünge am besten zu seinen Standschwüngen passten, um in einem Guss weiterkämpfen und gewinnen zu können. Glarner führte in einigen Situation vor wie er es meinte und man spürte schnell, alles macht Sinn, jeder Ablauf ist gut überlegt. «Es ist enorm wichtig, dass sich jeder Schwinger mit sich selber auseinandersetzt und realistisch einschätzt was er kann. Egal wie der Gegner zu Boden fliegt, es gibt für jede Lage einen passenden Bodenschwung um erfolgreich nachzufahren. Hat man die passende Variante gefunden, heisst es üben, üben, üben bis es sitzt».

Das Wichtigste ist das Schwingtraining
Und damit nahm der König die Schwinger in die Pflicht. «Natürlich ist Kraft und Kondition wichtig. Aber das A und O des Schwinger Lateins lernt man nur im Sägemehl. Deshalb sind möglichst viele Schwingtrainings und regelmässige Teilnahme an Wettkämpfen so enorm wertvoll». Das der Sportlehrer und Sport Instruktor Glarner weiss wovon er spricht, daran zweifelte am Samstag niemand. Und so wurden seine Schwünge und Kombinationen fleissig geübt und vom König aufmerksam beobachtet. Es war gut zu spüren, das Feuer fürs Schwingen brennt noch lichterloh im Berner. Nur so ist es zu erklären, dass König Glarner pro Jahr rund ein Dutzend Schwingkurse in der ganzen Schweiz gibt und so dem Schwinger Volk dient. Auf die Frage warum ist die Antwort schnell da: «Ich durfte früher auch von solchen Kursen profitieren».
HRU   
Klubjassmeisterschaft SKMH 2022
 
Wanderpreis der Jassmeisterschaft geht endgültig an Martin Ulrich
 
An der diesjährigen Jassmeisterschaft des Schwingklubs March-Höfe gewinnt Martin Ulrich zum dritten Mal den Wanderpreis und darf diesen nun endgültig behalten.
 
Bis anhin konnten sich bereits 14 Jasser auf der Ehrentafel des im Jahr 2003 eingeführten Wanderpreises eingravieren. Nebst Martin Ulrich waren auch die Namen von Hans Kessler sen., Alois Laimbacher jun., Benno Züger und Niklaus Mächler gleich doppelt vertreten.
 
Nachdem Martin Ulrich in den letzten Jahren eher im hinteren Feld der Rangliste anzutreffen war, liess er heuer wieder einmal sein ganzes Können aufblitzen und jasste sich in alter Frische an die Ranglistenspitze. Bereits nach drei Runden Schieber und einer Runde Handjass konnte er sich mit 3736 Punkten einen beachtlichen Vorsprung gegenüber seinen Verfolgern herausjassen. In der Finalrunde mit Handjass traf er auf Erna Mettler mit 3594 Punkten, Willi Anderegg mit 3581 Punkten und Willi Böni mit 3539 Punkten. Auch diese Runde konnte Martin Ulrich für sich entscheiden und damit bereits seinen fünften Sieg an der Klubjassmeisterschaft realisieren. Den Wanderpreis gewinnt er zum dritten Mal und darf diesen nun für immer nach Hause nehmen.
 
Auch dieses Jahr konnte allen 24 Teilnehmern schöne Preise abgegeben werden.
Die Gemütlichkeit und die kollegiale Stimmung fehlte trotz Jasseifer nicht.

 
 
Hier die Rangliste:
 
 
Rang  Name                                Punkte      Topklassierungen der letzten Jahre
 
 
1.       Ulrich Martin                      4280 Pte.  (95/1, 00/1, 12/1, 15/1, 13/2, 08/6, 10/7)
 
2.       Böni Willi                           4037 Pte.  (17/10, 21/17)
 
3.       Mettler Erna                       4036 Pte.  (05/2, 04/3, 17/3, 08/4, 02/6, 12,13/8)
 
4.       Anderegg Willi                  3981 Pte.  (02/12, 03/15,04/15, 00/21)          
 
5.       Mächler Bernhard              3980 Pte.  (03/2, 00/3, 17/5, 97/7, 05/7, 11/8, 10/9)
 
6.       Laimbacher Alois jun.        3932 Pte.  (93/1, 98/1, 02/1, 03/1, 08/1,06/2, 13/4)
 
7.       Hasler Urs                          3904 Pte.  (19/1, 08/2, 16/2, 17/2, 03/3, 09/3, 99/4)
 
8.       Mächler Niklaus                 3898 Pte.  (19/1, 21/1, 15/10, 16/14, 10/17, 13/22)
 
9.       Züger Benno                     3878 Pte.  (09/1, 17/1, 18/2, 05/3, 00/5, 14/6, 19/6)
 
10.     Züger Benjamin                 3848 Pte.  (19/27, 21/27)
 
11.     Ulrich Balz                         3811 Pte.  (13/1, 02/3, 07/3, 08/3, 14/3, 18/3, 19/3)
 
12.     Ulrich Damian                    3776 Pte.  (16/19, 14/30)
 
13.     Züger Michi                       3756 Pte.  (17/6, 16/10, 21/19, 15/22)
 
14.     Laimbacher Bernadette     3740 Pte.  (11/4, 18/4, 10/5, 06/6, 15/9, 07/11)
 
15.     Diethelm Samuel               3729 Pte.  (11/1, 15/6, 18/10, 21/11, 13/12, 14/14)
 
16.     Zaugg Barbara                  3709 Pte.  (21/26)
 
17.     Kümin Reto                       3639 Pte.  (18/7, 06/9, 01/19, 21/20, 08/22, 14/23)
 
18.     Hasler Kilian                      3663 Pte.  (21/2, 10/3, 13/5, 14/10, 11/12, 12/12)
 
19.     Hasler Cyrill                       3656 Pte.  (21/7, 18/14, 19/32)
 
20.     Laimbacher Alois sen.       3515 Pte.  (84/1, 12/6, 16/6, 21/8, 19/11, 04/12)
 
21.     Hüppin Edgar                     3490 Pte.  (07/4, 02/15, 06/20, 18/20, 08/33, 16/34)
 
22.     Theiler Anna                      3451 Pte.  
 
23.     Diethelm Albert                  3408 Pte.  (11/3, 14/4, 01/5, 21/5, 06/7, 02/8, 05/10)
 
24.     Nauer Dominik                   3261 Pte.  
 
Schlussgang Teilnahme und 4 Auszeichnungen für die Aktiven des SKMH am Herbstschwingertag in Unteriberg

Ein verregneter Saisonabschluss in Unteriberg

Der gut besuchte Abschluss der Freiluftsaison am Herbstschwingertag Unteriberg fiel vollkommen ins Wasser. Die Ausserschwyzer trotzten aber den garstigen Bedingungen mit Ueli Hegner im Schlussgang und drei weiteren Auszeichnungen.

Aufgrund der Terminkollision mit dem ESAF in Pratteln, entschied sich der organisierende Schwingklub Einsiedeln, ihren Jungschwingertag am Herbstschwingertag Unteriberg vom Samstag nachzuholen. Leider wurde ihr guter Wille mit sehr garstigen Wetterbedingungen bedacht. Dazu wurden die Organisatoren mit rund 230 Jungschwingern und 85 Aktiven von den Schwingern förmlich überrollt. Trotz fünf Sägemehlringen, zwei mehr als sonst, musste das Einteilungskampfgericht die Reissleine ziehen und bei den Jungen, wie bei den Aktiven den Wettkampf nach bereits fünf Gängen beenden um nicht in die Nacht zu geraten.

Starker Hegner im Schlussgang

Ueli Hegner aus Siebnen geniesst eine sehr gute Spätform. Der 23jährige Metzger glänzte nach dem Tessiner Kranzgewinn und Topklassierung in Siebnen, ein weiteres Mal mit einer starken Leistung. Hegner drang bis in den Schlussgang vor und traf in diesem auf den Gersauer Marco Ulrich. Die beiden waren die einzigen die sechs Gänge absolvierten. Der Märchler verdiente sich die Schlussgangteilnahme mit Siegen gegen Roger Baumann, Kevin Steinauer, Niklaus Scherer und den Bündner Gast Corsin Jörger. Einzig im zweiten Gang gegen Andy Murer konnte Hegner nicht gewinnen. Hegner hatte im finalen Kampf gegen Ulrich einige gute Chancen, musste sich aber letztendlich besiegen lassen und den Tagessieg dem Mythenverbändler Ulrich überlassen. Dennoch bedeutet der zweite Rang ein weiteres Topergebnis für den schwingkundigen Märchler.

Drei weitere Auszeichnungen für den Schwingklub March-Höfe
Von den acht gestarteten Ausserschwyzern sicherten sich nebst Hegner noch drei weitere Schwinger die Auszeichnung. Alex Styger aus Schindellegi zeigte wieder einmal sein Können. Der 19jährige Höfner erreichte drei Siege gegen Christian Baumann, Joris Bissig und Ronny Heinzer. Gegen Christian Lagler trennte sich Styger als gleich stark und im letzten Gang verlor der Strassenbauer um die Schlussgangteilnahme gegen Marco Ulrich. Damit belegte Styger den guten sechsten Rang und es ist eigentlich schade um den talentierten Burschen, denn mit etwas mehr Ehrgeiz könnte er noch viel mehr für Furore sorgen.

Den neunten Rang belegte Daniel Schilter aus Wilen b. Wollerau. Schilter holte sich die Auszeichnung mit drei Siegen und zwei Niederlagen. Gleich einen Rang dahinter klassierte sich der Wangner Benjamin Züger mit zwei Siegen, zwei Remis und einer abschliessenden Niederlage. Simon Bürgi aus Feusisberg und der Galgener Damian Ulrich hatten beide noch Chancen auf die Auszeichnung, verloren aber den entscheidenden Gang. Für den blutjungen Adrian Müller aus Wilen b. Wollerau war nach vier Gängen Endstation und der Galgener Stefan Gemsch musste nach zwei Gängen verletzungshalber aufgeben.
HRU
7 Auszeichnungen für den SKMH am Abschieds Herbstschwingertag von Reto Nötzli

Selbst der Himmel weinte zu Nötzlis Abschied
Der diesjährige Herbstschwingertag in Siebnen bot den rund 2200 Zuschauern viele emotionale Momente. Der Zuger Marcel Bieri durfte sich als strahlender Sieger über Muni Soldan freuen und der würdig zelebrierte Abschied von Reto Nötzli, sorgte bei vielen für Hühnerhautstimmung.

Seit 2006 der Wangner Benno Züger OK Präsident vom Herbstsschwingertag in Siebnen wurde, kannte der vom Schwingklub March-Höfe organisierte Grossanlass keine Wetterprobleme mehr. Regentropfen waren in den letzten Jahren beim grössten Rangschwingfest im Kanton Schwyz absolute Rarität. Man durfte getrost sagen, dass in den letzten Jahren bei den Schwingern an der Arbeit mehr Schweiss geflossen ist, als Regen gefallen. Ob es am vorbildlichen Lebenswandel des OKP`s liegt, oder ob Züger als Landwirt einen besonders guten Draht zum Wettergott hat, bleibt offen. Doch diesmal öffnete Petrus schon früh seine Schleusen. Zweimal schüttete es ergiebig, es schien das Petrus zum Abschied Nötzlis ebenfalls zu weinen begann. Doch Schönwetter OKP Züger hielt mit aller Kraft dagegen, so dass es in den entscheidenden Momenten zuletzt trocken blieb.

Nötzli zum Abschluss im Schlussgang
Unter den 150 angetretenen Schwingern waren die vier Eidgenossen Stefan Burkhalter, Marcel Bieri, Patrick Räbmatter und der einheimische Reto Nötzli die heissesten Siegesanwärter. Die Einteilung entschied sich vorerst gegen Direktbegegnungen der Favoriten, um die Spannung um den Sieg so lange wie möglich offen zu halten. Dies erwies sich als richtiger Schachzug, denn die Favoriten hatten alle Hände voll zu tun, um die vielen überraschenden Mittelschwinger im Zaum zu halten. Nach vier Gängen lagen Nötzli, Burkhalter und Bieri gleichauf, dicht gefolgt vom Siebner Joel Kessler, der völlig überraschend den Aargauer Räbmatter aus dem Rennen warf. Im fünften Gang folgte der erwartete Showdown. Reto Nötzli besiegte Stefan Burkhalter und stand an seinem letzten Fest nochmals im Schlussgang. Sein Gegner wurde Marcel Bieri, der nach zähem Kampf den Urner Andy Murer besiegte. Der Schlussgang war dann eine lebhafte Angelegenheit, mit leichten Vorteilen für den Zuger. Und nach knapp fünf Minuten fiel die Entscheidung, als Bieri den Höfner zu Boden brachte und dort vervollständigte. Somit durfte sich der in Bäch als Primarlehrer tätige Zuger zum ersten Mal in Siebnen als Sieger ausrufen lassen.

Eine Ära geht zu Ende
Gleich nach dem Schlussgang von Reto Nötzli gegen Bieri gab es dann keine Zurückhaltung mehr. Der Applaus der Zuschauer wollte kaum mehr aufhören. Klubpräsident Reto Kümin verlas eine Laudatio dazu, was Nötzli so alles geleistet hat in all den Jahren. Als der sympathische Höfner dann, mit Tränen in den Augen zur Tat schritt und die Schwinghosen an den selbst eingeschlagenen Nagel hängte, standen alle bereit zum Spalier. Bruder Bruno Nötzli, SKMH technischer Leiter Kilian Hasler und viele langjährige Klub- und Wegbegleiter Nötzlis. Und als Krönung wurde der Höfner mit einem altertümlichen Einachser mit lüpfiger Ländlermusik als Ehrenrunde um den Festplatz chauffiert. Nachdem sein jüngerer Bruder Bruno bereits vor drei Jahren seine Schwingerlaufbahn beendete, geht mit dem Rücktritt von Reto nun die erfolgreiche Ära Nötzli definitiv zu Ende. Zusammen erreichten die beiden Brüder aus Pfäffikon zwei eidgenössische Kränze, drei Kranzfestsiege und 84 Kränze.

SKMH mit guten Leistungen
Neben Reto Nötzli erkämpften sich sechs Schwinger des gastgebenden SKMH die Auszeichnung. Eine tolle Leistung lieferte einmal mehr Joel Kessler ab. Der Märchler stellte zu Beginn gegen Michael Bernold und holte sich danach fünf blanke Zehner am Stück. Herausragend war wie Kessler im vierten den Eidgenossen Räbmatter mit einem satten Hüfter auf den Rücken beförderte und im letzten Gang das grosse Zuger Jungtalent Luca Müller bezwang. Nach dieser feinen Leistung durfte Kessler voller Stolz als Zweitplatzierter das Rind Britta in Empfang nehmen. Das Kalb Petra blieb ebenfalls in der Ausserschwyz und ging an den drittplatzierten Reto Nötzli. Ueli Hegner aus Siebnen zeigte einen weiteren starken Wettkampf, mit vier Siegen, einem Remis und einer Niederlage belegte der Märchler den sechsten Rang. Einen Rang dahinter klassierte sich der Tuggner Alex Huber ungeschlagen mit drei Siegen und drei Remis. Mit drei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage holte sich Benjamin Züger aus Wangen die Auszeichnung im zehnten Rang. Und nur leicht dahinter erkämpften sich Alexander Schnellmann Schübelbach und Damian Ulrich aus Galgenen die Auszeichnung mit je drei Siegen und drei Niederlagen.
HRU  
Ein ganz «Böser» tritt ab

 
Der 33jährige Reto Nötzli aus Pfäffikon wird am kommenden Herbstschwingertag Siebnen zum letzten Mal als Aktiver in die Hosen steigen. Der Höfner Eidgenosse darf auf eine erfüllte und erfolgreiche Karriere mit vielen Höhen und Tiefen zurückblicken.
 
Als vor Jahren Reto und Bruno Nötzli zum ersten Mal im Schwingkeller Pfäffikon erschienen, ahnte noch niemand, welch grosse Wellen die Brüder einmal für den Schwingklub March-Höfe schlagen würden. Jungschwingerleiter Martin Ulrich erkannte schnell, welch riesiges Talent in den beiden Knirpsen steckte. Doch Ulrich blieb besonnen, schon zu oft sah er talentierte junge Kämpfer kommen und wieder gehen. Ruhig, anständig und bescheiden führte Ulrich die Jünglinge in die Geheimnisse des Schwingens ein und lebte ihnen damit Werte vor, die beide Nötzlis während ihrer ganzen Zeit als Schwinger stets verkörperten. Reto Nötzli hatte sich mit viel Ehrgeiz mit Haut und Haaren dem Schwingsport verschrieben. Schnell hatte Reto Erfolg und zog etliche Male als Festsieger ab. Mit dem Kategoriensieg am eidgenössischen Nachwuchsschwingertag 2006 in Interlaken bescherte sich Nötzli einen krönenden Abschluss über seine Jungschwingerzeit.

 
Wichtige Lehrzeit bei den Aktiven
 
Der Übertritt zu den Aktiven verlangte auch dem talentierten Reto Nötzli einiges ab. Der 16jährige Bursche musste mit der Lehre als Zimmermann, intensiviertem Training bei den Aktiven, sowie seiner zweiten grossen Leidenschaft, der Ländlermusik, zuerst zurechtkommen. Doch Reto zeigte dabei viel Disziplin und der Wille alles gewissenhaft unter einen Hut zu bringen war vorhanden. Zudem durfte er auf ein intaktes Umfeld zählen. Die Eltern Frieda und Bruno sen. standen ihm mit Rat und Tat beiseite und im ehemaligen Kranzschwinger Ernst Föllmi fand Reto einen Trainer, der ihn von nun an die ganze Zeit begleitete und förderte. So dauerte es nicht allzu lange bis der Höfner als 18jähriger am Schwyzer 2008 in Küssnacht seinen ersten Kranzgewinn erreichte. Schnell häuften sich die Erfolge und am ESAF 2010 in Frauenfeld trumpfte Nötzli zum ersten Mal auch national gross auf. Am Samstagabend befand sich der Höfner nach drei Siegen und der Niederlage gegen den späteren König Kilian Wenger mitten in der Spitzengruppe. Am Sonntag jedoch riss der Faden und der Traum vom ersten eidgenössischen Kranz musste warten. Doch Reto hatte Lunte gerochen und von nun an waren Spitzenplätze von ihm Regelmässigkeit. Auch von den ersten zwischenzeitlichen Verletzungen liess sich der Aufstieg Nötzlis nicht mehr stoppen.

 
Sternstunde Burgdorf
 
Am ESAF 2013 in Burgdorf war es dann soweit. Reto Nötzli startete mit drei Siegen am Stück sogar noch besser als in Frauenfeld. Im absoluten Spitzenkampf verlor er erst kurz vor Schluss nach harter Gegenwehr gegen den späteren König Mathias Sempach. Diesmal aber brach der Turnerschwinger am Sonntag nicht ein, im Gegenteil. Nach dem Sieg gegen Willi Graber war Reto bereits nach sieben Gängen kranzsicher. Da schmerzte die Niederlage um einen absoluten Spitzenplatz gegen Mathias Siegenthaler nicht sonderlich. Da sich sein Bruder Bruno ebenfalls unter die Kranzgewinner reihen konnte, war der Erfolg für die Nötzlis perfekt. Diesen Schwung nahm Reto mit in die nächste Saison und gewann am Innerschweizer 2014 in Cham nach Schlussgangerfolg gegen den aufstrebenden Pirmin Reichmuth sein erstes Kranzfest. Auf die schönen Momente folgte aber auch ein schwerer Dämpfer. Reto verletzte sich wieder schlimm am Knie. Damit hatte er schwer zu kämpfen und dachte ernsthaft über einen frühen Rücktritt nach. Doch zum Glück kam es anders.

 
Regelmässig stark, aber auch mit Pech
 
Es brauchte eine gewisse Zeit um sich von diesem Verletzungsschock zu erholen, doch bereits 2017 zeigte sich Nötzli wieder richtig stark und lieferte eine tolle Saison ab. Sieg am Südwestschweizer in Kerzers im Rang 1b, zusammen mit Bernhard Kämpf. Und am Unspunnenfest schlug Reto wieder zu. Nach dem Sieg gegen König Mathias Sempach, hatte Nötzli sogar Chancen auf den Schlussgang, unterlag aber in einem dramatischen Gefecht Michael Bless. Am Schluss resultierte der feine fünfte Rang für den Höfner Chauffeur. Bei all den tollen Erfolgen stellt sich automatisch die Frage nach weiteren eidgenössischen Kränzen. Solche gab es leider keine mehr zu verzeichnen. Es war wie verhext. Ob in Estavayer le Lac 2016, Zug 2019 oder Pratteln 2022, es war immer das gleiche Bild. Nach tollen Saisonleistungen war am wichtigsten Fest jeweils der Wurm drin. Mit den Teilnahmen an den Kilchberger Schwinget 2014 und 2021 konnte sich Nötzli zweimal für den wohl härtesten Wettkampf im Schwingen qualifizieren, wobei er 2014 dem Titelverteidiger Christian Stucki ein achtbares Remis abtrotzte.

 
Imposante Erfolgsbilanz
 
Gesamthaft erreichte Reto Nötzli 54 Kränze. Der eidgenössische Kranz von Burgdorf überstrahlt alles, doch der Turnerschwinger erkämpfte sich weitere 12 von Teilverbandsfesten, (ISAF 10, NWS 1, SWS 1), 12 von Bergfesten (Stoos 6, Rigi 2, Schwarzsee 2, Weissenstein 1, Schwägalp 1), sowie 29 Kantonalkränze (SZ 12, ZG 5, OW/NW 3, UR 2, GL 2, LU 1, SG 1, BS 1, ZH 1, TI 1). Besondere Highlights sind die beiden Kranzfestsiege am ISAF 2014 und am Südwestschweizer 2017. Fünfmal belegte der stets gutgelaunte Höfner an Kranzfesten je einen zweiten und dritten Rang. Dazu gesellten sich 2022 die beiden Schlussgangteilnahmen am Schwyzer Muotathal und ISAF Ennetbürgen. Auch an Rangfesten war Nötzli erfolgreich und gewann in seiner Laufbahn deren 13. Von diesen werden ihm sicher die Siege auf dem Ricken 2014, am Frühjahrsschwinget Pfäffikon 2015, Herbstschwingertag Siebnen 2013, 2014, 2016 und am Allwegschwinget 2016, den er zusammen mit Bruder Bruno teilen durfte, besonders in Erinnerung bleiben. Somit endet eine beeindruckende Sportlerkarriere, die wahrlich regelmässig gespickt wurde mit Höhen und Tiefen. So eine Laufbahn widerspiegelt eigentlich das wahre Leben, wo es auch oftmals ein Auf und Ab gibt. Für dieses Leben nach dem Aktivsport wünschen wir dem sympathischen Höfner alles Gute und das er jetzt mehr Zeit im Kreise seiner jungen Familie verbringen kann. Und wer weiss, vielleicht findet Reto ja auch mal Zeit um in irgendeiner Funktion seinem geliebten Schwingsport erhalten zu bleiben.
 
HRU
 
 
 
 
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